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Meditation | Tradition

Meditation bezeichnet gemeinhin einen natürlichen Zustand der Bewusstheit, des einfachen Seins und Erfahrens. Mittels spezieller meditativer Übungsanleitungen und Techniken versuchen Menschen seit langer Zeit, sich von den Ablenkungen des Körpers oder Verstandes zu lösen und ganz in einem solchen Gewahrsein des Hier und Jetzt zu sein. In den Kulturen des Fernen Ostens ist Meditation immer schon ein wesentlicher Bestandteil des spirituellen Wirkens gewesen. Im Zuge der Geschichte haben sich vor allem rund um den indischen Subkontinent sowie in Nepal, Tibet, Thailand, Burma und Japan vielfache Methoden zur Erreichung eines meditativen Zustandes entwickelt. Dieser wird primär als wichtiger Abschnitt am Erfahrungsweg zu einer Einswerdung von Körper, Geist, Seele und dem absoluten kosmischen Prinzip angesehen. Der alltägliche Rückzug in eine regelmäßige meditative Übungspraxis ist dort nicht nur bei Mönchen oder Nonnen in einem organisierten Kontext zu finden, sondern wird häufig auch von Laien praktiziert. Im islamischen Kontext des Nahen Osten sind meditative Praktiken vor allem bei deren mystischen Ausformungen anzufinden, wo das „Werden des Seins“ bzw. das Verschmelzen mit dem Göttlichen als zentraler Aspekt der rein spirituell ausgerichteten Meditationsmethoden gilt.

In den christlichen Traditionen des Westens finden sich ebenfalls meditative und kontemplative Übungsformen und Rituale. Nachdem diese im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark an Bedeutung verloren hatten, kommt es zwischenzeitlich zu einer Renaissance eines auf innere Stille ausgerichteten kontemplativen Rückzugs von der Alltags- und Berufswelt. Diese wird heute als zunehmend hektischer und belastender empfunden. Immer häufiger nehmen nun westliche Menschen das vermehrte christliche Angebot an meditativen Wegen zur eigenen Mitte und zur seelischen Verbindung mit dem Göttlichen dankend an. Im Rahmen begleiteter meditativer Exerzitien verbringen sie entsprechende Zeiten im kontemplativen Ambiente von klösterlichen und kirchlichen Gebäuden. Neben diesen traditionellen kirchlichen Zugängen führt die Suche nach Ausgleich, Balance und Sinnstiftung die Menschen der schnelllebigen Informationsgesellschaft oftmals zu meditativen Übungstechniken aus den alten – lange Zeit als heidnisch etikettierten – keltischen, druidischen, schamanischen und indigenen Kulturen. Im Gegensatz zu der eher ruhig ausgerichteten Zugangsweise des kirchlich-religiös geprägten Westens sind die meditativen Methoden dieser alten Traditionen jedoch vielfach von bewegten und dynamischen Elementen geprägt.

 

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